Jugendliche und Alkoholkonsum
KOMASAUFEN
KAMPFTRINKEN
KOFFERRAUMSAUFEN
Diese drei „K´s“ bestimmen die öffentliche
Diskussion zum Thema Jugendliche und Alkohol. Etwas vornehmer
klingen die Begriffe in der Fachdiskussion: Rauschtrinken
und „binge drinking“.
Wie stellt sich die Situation tatsächlich dar? Sind
Jugendliche eine Generation von Komasäufern? Wie entwickelt
sich Alkoholkonsum bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen,
quantitativ und qualitativ? Haben sich die Alkoholkonsummuster
in den vergangenen Jahren geändert? Differenzierungen
nach Alter, Geschlecht, Jugendszenen und Jugendkultur, nationalen,
ethnischen und religiösen Aspekten, nach regionalen (Stadt/Land)
und kulturhistorischen Hintergründen sind notwendig.
Ein Blick auf Motive, Anlässe und subjektive Bedeutungen
des Alkoholkonsums bei Jugendlichen lohnt sicher. Sind alkoholkonsumierende
Jugendliche sozial- und problembelastet und/oder genuss- und
erlebnisorientiert? Welche Rolle spielen „Risikoverhalten“
und das Austesten von Grenzen? Aspekte der Selbst- und Fremdgefährdung
bei hohem Alkoholkonsum und gesundheitliche Risiken werden
zu Recht intensiv diskutiert. Genuss, Unterhaltung, „Rauscherlebnis“,
Spaß und Action werden dem gegenüber von Jugendlichen
häufig als Motive für Alkoholkonsum angeführt.
Gibt es einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol?
Falls ja, wie könnte dieser aussehen?

Alkoholprävention in der Jugendhilfe
Welche Angebote, in welchem fachlichen Kontext, mit welcher
Zielrichtung und für welche Adressatengruppen sind notwendig?
Wer bietet wann und wo was für wen an? Liegt der Schwerpunkt
im primär- oder sekundärpräventiven Bereich?
Ist die Arbeit mit (riskant) konsumierenden Jugendlichen Arbeitsschwerpunkt?
Soll und muss Jugendhilfe dort hingehen, wo es „weh
tut“? Alkoholkonsum in oder vor Freizeiteinrichtungen?
„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“
– kann das funktionieren? Wie positioniert sich Jugendhilfe
zum Thema Alkoholkonsum von Jugendlichen im öffentlichen
Raum? Welche Zugänge zu diesen Jugendszenen bestehen
oder müssen geschaffen werden, z. B. über aufsuchende
Arbeit?
Bei Alkoholprävention sind unterschiedliche Arbeitsfelder
der Jugendhilfe tangiert. Innerhalb der Strukturbedingungen
der Nürnberger Jugendhilfe betrifft Alkoholprävention
z. B. die Arbeitsfelder Offene Jugendarbeit, Streetwork, ordnungsrechtlicher
und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Suchtprävention
und Erziehungsberatung.
Adressaten sind neben Kindern und Jugendlichen auch Eltern,
Multiplikatoren und Fachkräfte aus dem Bereich Schule
und Jugendhilfe, Öffentlichkeit, (Kommunal) Politik sowie,
insbesondere im Bereich Jugendschutz, auch Veranstalter, Anbieter
und Gewerbetreibende.
Notwendig ist ein abgestimmtes und langfristig angelegtes
Arbeitsprogramm Alkoholprävention auf kommunaler Ebene.
Welche Angebote, Maßnahmen, Qualitätsstandards
und Erfolgskriterien sind dabei zu berücksichtigen? Wie
können die Begriffe Erziehungskompetenz und Erziehungsverantwortung
in der Arbeit mit Eltern fachlich belegt werden? Welche präventiven
und repressiven Maßnahmen sind im Rahmen des Jugendschutzes
im Bereich Billig- und Saufpartys, Diskotheken, Kirchweihen,
Volksfeste und Alkoholverkauf z. B. an Tankstellen, angemessen
und zielführend? Welche Kooperationen und Kooperationspartner
sind dazu notwendig?

Alkoholkontrollpolitik
Alkohol ist gesellschaftsfähig und ein wesentlicher
Wirtschaftsfaktor.
Wie könnte eine wirksame Alkoholkontrollpolitik auf den
Ebenen Bund, Land und Kommune aussehen? Welche Strategien
und Maßnahmen sind notwendig? Welche Wirkungen sollen
erzielt werden? Fragen der Verfügbarkeit des Alkohols,
der Zugänge von Kindern und Jugendlichen, der Preisgestaltung
und Besteuerung, mögliche Verbote und Einschränkungen
im Bereich des Verkaufs sowie der Werbung werden diskutiert.
Welche Lobbyisten und Interessengruppen mischen dabei mit?
Welche Maßnahmen der Alkoholkontrollpolitik sind politisch
durchsetzbar?
Das Nürnberger Forum der Kinder- und Jugendarbeit 2009
soll diesen Fragenkomplex diskutieren, über Erfahrungen
reflektieren und Angebote der Alkoholprävention in der
Jugendhilfe weiter entwickeln.
Neben fachlichen Inputs in Form von Referaten werden nach
bewährtem Muster Projektvorstellungen und Workshops angeboten.
Ein berufsfeldübergreifender Dialog wird ermöglicht.
Die Fachtagung richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen
Jugendhilfe, Suchthilfe, Gesundheitsförderung, Schule,
Ordnungsrecht, Polizei und sonstige mit dieser Thematik befasste
Institutionen, Einrichtungen und Kooperationspartner.
Kooperationspartner

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