Nürnberg online Stadtplan | Öffentliche Verkehrsmittel
23. bis 25.9.
2009
Sie sind hier:

Jugendliche und Alkoholkonsum

KOMASAUFEN

KAMPFTRINKEN

KOFFERRAUMSAUFEN

Diese drei „K´s“ bestimmen die öffentliche Diskussion zum Thema Jugendliche und Alkohol. Etwas vornehmer klingen die Begriffe in der Fachdiskussion: Rauschtrinken und „binge drinking“.

Wie stellt sich die Situation tatsächlich dar? Sind Jugendliche eine Generation von Komasäufern? Wie entwickelt sich Alkoholkonsum bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, quantitativ und qualitativ? Haben sich die Alkoholkonsummuster in den vergangenen Jahren geändert? Differenzierungen nach Alter, Geschlecht, Jugendszenen und Jugendkultur, nationalen, ethnischen und religiösen Aspekten, nach regionalen (Stadt/Land) und kulturhistorischen Hintergründen sind notwendig.

Ein Blick auf Motive, Anlässe und subjektive Bedeutungen des Alkoholkonsums bei Jugendlichen lohnt sicher. Sind alkoholkonsumierende Jugendliche sozial- und problembelastet und/oder genuss- und erlebnisorientiert? Welche Rolle spielen „Risikoverhalten“ und das Austesten von Grenzen? Aspekte der Selbst- und Fremdgefährdung bei hohem Alkoholkonsum und gesundheitliche Risiken werden zu Recht intensiv diskutiert. Genuss, Unterhaltung, „Rauscherlebnis“, Spaß und Action werden dem gegenüber von Jugendlichen häufig als Motive für Alkoholkonsum angeführt. Gibt es einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol?

Falls ja, wie könnte dieser aussehen?

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Alkoholprävention in der Jugendhilfe

Welche Angebote, in welchem fachlichen Kontext, mit welcher Zielrichtung und für welche Adressatengruppen sind notwendig? Wer bietet wann und wo was für wen an? Liegt der Schwerpunkt im primär- oder sekundärpräventiven Bereich? Ist die Arbeit mit (riskant) konsumierenden Jugendlichen Arbeitsschwerpunkt? Soll und muss Jugendhilfe dort hingehen, wo es „weh tut“? Alkoholkonsum in oder vor Freizeiteinrichtungen? „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ – kann das funktionieren? Wie positioniert sich Jugendhilfe zum Thema Alkoholkonsum von Jugendlichen im öffentlichen Raum? Welche Zugänge zu diesen Jugendszenen bestehen oder müssen geschaffen werden, z. B. über aufsuchende Arbeit?

Bei Alkoholprävention sind unterschiedliche Arbeitsfelder der Jugendhilfe tangiert. Innerhalb der Strukturbedingungen der Nürnberger Jugendhilfe betrifft Alkoholprävention z. B. die Arbeitsfelder Offene Jugendarbeit, Streetwork, ordnungsrechtlicher und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Suchtprävention und Erziehungsberatung.

Adressaten sind neben Kindern und Jugendlichen auch Eltern, Multiplikatoren und Fachkräfte aus dem Bereich Schule und Jugendhilfe, Öffentlichkeit, (Kommunal) Politik sowie, insbesondere im Bereich Jugendschutz, auch Veranstalter, Anbieter und Gewerbetreibende.

Notwendig ist ein abgestimmtes und langfristig angelegtes Arbeitsprogramm Alkoholprävention auf kommunaler Ebene. Welche Angebote, Maßnahmen, Qualitätsstandards und Erfolgskriterien sind dabei zu berücksichtigen? Wie können die Begriffe Erziehungskompetenz und Erziehungsverantwortung in der Arbeit mit Eltern fachlich belegt werden? Welche präventiven und repressiven Maßnahmen sind im Rahmen des Jugendschutzes im Bereich Billig- und Saufpartys, Diskotheken, Kirchweihen, Volksfeste und Alkoholverkauf z. B. an Tankstellen, angemessen und zielführend? Welche Kooperationen und Kooperationspartner sind dazu notwendig?

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Alkoholkontrollpolitik

Alkohol ist gesellschaftsfähig und ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.
Wie könnte eine wirksame Alkoholkontrollpolitik auf den Ebenen Bund, Land und Kommune aussehen? Welche Strategien und Maßnahmen sind notwendig? Welche Wirkungen sollen erzielt werden? Fragen der Verfügbarkeit des Alkohols, der Zugänge von Kindern und Jugendlichen, der Preisgestaltung und Besteuerung, mögliche Verbote und Einschränkungen im Bereich des Verkaufs sowie der Werbung werden diskutiert. Welche Lobbyisten und Interessengruppen mischen dabei mit? Welche Maßnahmen der Alkoholkontrollpolitik sind politisch durchsetzbar?

Das Nürnberger Forum der Kinder- und Jugendarbeit 2009 soll diesen Fragenkomplex diskutieren, über Erfahrungen reflektieren und Angebote der Alkoholprävention in der Jugendhilfe weiter entwickeln.

Neben fachlichen Inputs in Form von Referaten werden nach bewährtem Muster Projektvorstellungen und Workshops angeboten. Ein berufsfeldübergreifender Dialog wird ermöglicht.

Die Fachtagung richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen Jugendhilfe, Suchthilfe, Gesundheitsförderung, Schule, Ordnungsrecht, Polizei und sonstige mit dieser Thematik befasste Institutionen, Einrichtungen und Kooperationspartner.

Kooperationspartner

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